Freudentanz und Hausordnung
Erst einmal Danke, Danke, Danke. Danke für euer Daumen drücken. Ich kann nur sagen, es hat augenscheinlich geholfen. Wir haben letzten Dienstag den Mietvertrag für unsere kleine Bleibe der nächsten Monate unterschrieben und sind überglücklich. Es ist wirklich genau das, was wir uns vorgestellt haben und freuen uns jetzt noch viel mehr auf die Zeit, die uns hier erwartet.
Es ist gar nicht so einfach in einem wöchentlichen Bericht wiederzugeben, was das Leben hier so ausmacht. Vielfach sind es eher die kleinen Dinge, die das Leben hier wiederspiegeln und die sich zu einem großen Bild zusammen setzen. Aber ich werde trotzdem Versuchen meinem, unseren Leben hier die Bilder und Worte zu entreißen. Begonnen hat die letzte Woche erst so richtig am Dienstag, als wir uns im Kaffé Paris mit unserem Vermieter trafen um den Mietvertrag zu unterzeichnen. Ein sehr ruhiger und sympatischer Mensch, der ursprünglich aus Norwegen kam um zusammen mit seiner Frau hier in Island das Glück zu finden. Und dieses Abbild eines Klischees eines nordischen Menschen vermietet nun sein kleines Guesthouse über Monate an eine Horde wild gewordener Austauschstudenten. Da er dies nicht zum ersten Mal tut hat ihn die Erfahrung gelehrt, gewisse Regeln für das Leben in seinem Hause aufzustellen. Und da mündliche Zusicherungen seitens junger Menschen, welche wie benommen durch ein neues Land taumeln, meistens nicht so zuverlässig sind, ließ sich also dieser nette Island-Norweger auch von uns die Hausordnung per Unterschrift bestätigen. Da er nach Abreise seiner Gäste sein schönes Häuschen nicht unbedingt renovieren möchte, stellte er also einen, in einigen Punkten ziemlich regiden, Putzplan auf. So ist jeder der acht Bewohner verpflichtet, eine Woche lang (im acht-wöchigen Turnus) die Putzaufgaben zu übernehmen. Und ich sag mal so: Für diese Woche sollte man sich am besten von der Uni oder Arbeit freistellen lassen. Ein kleiner Auszug:
1. Alle Tische und Fensterbretter einmal pro Woche abwischen
2. Die Flure saugen
3. Toiletten, Waschbecken und Duschen säubern
4. Fliesen wischen
5. Nach dem Wischen, alle benutzten Lappen in der Waschmaschine waschen
6. Staubsaugerbehälter leeren
7. Toilletenpapier und Seifebehälter auffüllen
8. usw.
.... Ich denke unsere Freunde aus dem Kino wissen, was hier auf uns zukommt!
Ansonsten bin ich in dieser Woche mit meinem Freund Chen dem Chinesen mit dem Linienbus nach Akranes gefahren. Das ist ein kleiner Ort auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht. Ein kleines verschlafenes Fischer-Städtchen mit circa 10.000 Einwohner. Es ist nicht besonders schön, aber man spürt dort sehr eindringlich die Ursprünglichkeit des isländischen Lebens. Überall entdeckt man alte, verrostete Fischerboote, zahllose Netze und Reusen und an jeder Ecke riecht es nach Fisch aus den vielen Fischverarbeitungsfabriken. Durch den kalten Wind und den anhaltenden Regen durchgefroren, spazierten Chen und ich in ein kleines Geschäft, welches uns mit einem warmen, duftenden und kostenlosen Kaffe wieder nach draußen entließ.
Mit dem Kaffé in der Hand, die kleinen Kegel auf der Straße ignorierend, setze ich meinen Fuß auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig und merkte wie mein Fuß in diesem versank. Ich hatte meine Fußabdruck in dem frischen Beton hinterlassen. Falls jemand also einmal nach Island kommt und das kleine Akranes besucht, sollte dieser an einem kleinen Kaffé in der Nähe des Hafens mal seinen Blick nach unten richten....Größe 43.
Das wahre Erlebnis ist jedoch die Fahrt von Reykjavik nach Akranes. Die Fahrt führt durch eine wunderschöne Landschaft aus grünem Grass und kalten Lava-Boden, vorbei an Schafen und alten Fischerhütten, kleinen Kirchen und Wasserfällen, welche vom Esja herunterfließen. Der Esja ist die höchste Erhebung des Gebirges, welches von Reykjavik auf der gegenüberliegendes Seite der Bucht zu sehen ist. Der Gipfel des Esja ist meist in dicke, graue Wolken gehüllt. Doch wenn diese der Sonne nachgeben und den Blick auf ihn freigeben, so erstrahlt schon jetzt, Ende September, sein Gipfel im schönsten weiß. In der nächsten Woche werde ich zusammen mit Steffen die Gipfelerstürmung in Angriff nehmen und anschließend in einer heißen Quelle feiern. Bis dahin liegen noch ein paar Vorlesungen in der Universität und ein Umzug vor mir. Aber ich kann sagen, dass ich mich auf diese Woche sehr freue....Island beginnt langsam, mich mehr und mehr einzufangen.
Liebe Grüße an alle.....und nochmal: Danke
Stefan
P.S: noch mehr Auslandsabenteuer können mit einem "Klick" auf einen meiner Links verfolgt werden. Für einen weiteren Blick aus anderer Perspektive auf Island empfiehlt sich Kerstins Webblog. Fatzke (alias Markus) und Malte berichten über ihr Leben in Nordirland und Deik schreibt auf sehr unterhaltsame Weise über seine Erfahrungen in Finnland.
Es ist gar nicht so einfach in einem wöchentlichen Bericht wiederzugeben, was das Leben hier so ausmacht. Vielfach sind es eher die kleinen Dinge, die das Leben hier wiederspiegeln und die sich zu einem großen Bild zusammen setzen. Aber ich werde trotzdem Versuchen meinem, unseren Leben hier die Bilder und Worte zu entreißen. Begonnen hat die letzte Woche erst so richtig am Dienstag, als wir uns im Kaffé Paris mit unserem Vermieter trafen um den Mietvertrag zu unterzeichnen. Ein sehr ruhiger und sympatischer Mensch, der ursprünglich aus Norwegen kam um zusammen mit seiner Frau hier in Island das Glück zu finden. Und dieses Abbild eines Klischees eines nordischen Menschen vermietet nun sein kleines Guesthouse über Monate an eine Horde wild gewordener Austauschstudenten. Da er dies nicht zum ersten Mal tut hat ihn die Erfahrung gelehrt, gewisse Regeln für das Leben in seinem Hause aufzustellen. Und da mündliche Zusicherungen seitens junger Menschen, welche wie benommen durch ein neues Land taumeln, meistens nicht so zuverlässig sind, ließ sich also dieser nette Island-Norweger auch von uns die Hausordnung per Unterschrift bestätigen. Da er nach Abreise seiner Gäste sein schönes Häuschen nicht unbedingt renovieren möchte, stellte er also einen, in einigen Punkten ziemlich regiden, Putzplan auf. So ist jeder der acht Bewohner verpflichtet, eine Woche lang (im acht-wöchigen Turnus) die Putzaufgaben zu übernehmen. Und ich sag mal so: Für diese Woche sollte man sich am besten von der Uni oder Arbeit freistellen lassen. Ein kleiner Auszug:
1. Alle Tische und Fensterbretter einmal pro Woche abwischen
2. Die Flure saugen
3. Toiletten, Waschbecken und Duschen säubern
4. Fliesen wischen
5. Nach dem Wischen, alle benutzten Lappen in der Waschmaschine waschen
6. Staubsaugerbehälter leeren
7. Toilletenpapier und Seifebehälter auffüllen
8. usw.
.... Ich denke unsere Freunde aus dem Kino wissen, was hier auf uns zukommt!
Ansonsten bin ich in dieser Woche mit meinem Freund Chen dem Chinesen mit dem Linienbus nach Akranes gefahren. Das ist ein kleiner Ort auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht. Ein kleines verschlafenes Fischer-Städtchen mit circa 10.000 Einwohner. Es ist nicht besonders schön, aber man spürt dort sehr eindringlich die Ursprünglichkeit des isländischen Lebens. Überall entdeckt man alte, verrostete Fischerboote, zahllose Netze und Reusen und an jeder Ecke riecht es nach Fisch aus den vielen Fischverarbeitungsfabriken. Durch den kalten Wind und den anhaltenden Regen durchgefroren, spazierten Chen und ich in ein kleines Geschäft, welches uns mit einem warmen, duftenden und kostenlosen Kaffe wieder nach draußen entließ.
Mit dem Kaffé in der Hand, die kleinen Kegel auf der Straße ignorierend, setze ich meinen Fuß auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig und merkte wie mein Fuß in diesem versank. Ich hatte meine Fußabdruck in dem frischen Beton hinterlassen. Falls jemand also einmal nach Island kommt und das kleine Akranes besucht, sollte dieser an einem kleinen Kaffé in der Nähe des Hafens mal seinen Blick nach unten richten....Größe 43.
Das wahre Erlebnis ist jedoch die Fahrt von Reykjavik nach Akranes. Die Fahrt führt durch eine wunderschöne Landschaft aus grünem Grass und kalten Lava-Boden, vorbei an Schafen und alten Fischerhütten, kleinen Kirchen und Wasserfällen, welche vom Esja herunterfließen. Der Esja ist die höchste Erhebung des Gebirges, welches von Reykjavik auf der gegenüberliegendes Seite der Bucht zu sehen ist. Der Gipfel des Esja ist meist in dicke, graue Wolken gehüllt. Doch wenn diese der Sonne nachgeben und den Blick auf ihn freigeben, so erstrahlt schon jetzt, Ende September, sein Gipfel im schönsten weiß. In der nächsten Woche werde ich zusammen mit Steffen die Gipfelerstürmung in Angriff nehmen und anschließend in einer heißen Quelle feiern. Bis dahin liegen noch ein paar Vorlesungen in der Universität und ein Umzug vor mir. Aber ich kann sagen, dass ich mich auf diese Woche sehr freue....Island beginnt langsam, mich mehr und mehr einzufangen.
Liebe Grüße an alle.....und nochmal: Danke
Stefan
P.S: noch mehr Auslandsabenteuer können mit einem "Klick" auf einen meiner Links verfolgt werden. Für einen weiteren Blick aus anderer Perspektive auf Island empfiehlt sich Kerstins Webblog. Fatzke (alias Markus) und Malte berichten über ihr Leben in Nordirland und Deik schreibt auf sehr unterhaltsame Weise über seine Erfahrungen in Finnland.
Vogtisson - 28. Sep, 20:26